Gräben und Sprüngen unterbrochen, zu gegenständlichen Restformen gerinnend. Das Facettenhafte dieser Arbeiten hängt mit dem Collageprinzip zusammen, dem Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien. Die Fläche wird verletzt, überstrichen und erneut aufgebrochen, es entstehen Schicksalsbilder, wie alte Mauern ihr Schicksal haben. Viel Menschen scheinen an ihnen vorbeigegangen sein, anonym, aber nicht ohne Spuren zu hinterlassen. Es sind Spuren von Plan und Willkür, Absicht und Zufall, und doch ist jede eine Markierung von existentiellem Gewicht, eine Manifestation von Leben.
Aus solchen individuellen Begegnungen, aus Annäherungen, Dialogen wachsen die Arbeiten allmählich zusammen und werden zu eigenen Bildern: nackt und armselig in ihrer Materialstruktur, dann wieder gleißend wie im Glissando von Tönen und Lichtern. Und doch ist alles Malerei, das Spiel von Farben und Formen. Das Bild ein Gegenüber, das Bedürfnisse und Erregungen weckt.

Prof. Klaus Hammer
Der Tagesspiegel / Dienstag, 16. März 1999

2 | Anfang